Das Mädchen und das Pony [Rezension]

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Das Pony Max steht allein auf der wunderschönen Wiese voller bunter Blumen und Schmetterlinge. Jeden Tag hat es Gras zum Fressen, frisches Wasser zum Trinken und einen gemütlichen Stall für sich ganz allein. Doch warum ist es traurig und sieht so gar nicht glücklich aus?

Eines Tages kommt ein kleines Mädchen mit ihrem Opa vorbei. Es pflückt etwas Gras und füttert Max damit. Dabei blicken sich beide mit großen Augen an und scheinen zufrieden die Welt um sich herum zu vergessen. Endlich schaut das Pony glücklich aus und wiehert dem Mädchen beim Abschied nach, bis es nicht mehr zu sehen ist.

Wie versprochen kommt Clara am nächsten Tag wieder und am darauffolgenden Tag auch. Aus Max und Clara sind allerbeste Freunde geworden.

Das Mädchen und das Pony vom belgischen Autor und Illustrator Guido van Genechten ist ein bezauberndes Buch, welches kindgerecht die Bedeutung von Freundschaft aufzeigt. Die liebevollen, farbenfrohen Illustrationen begeistern Kinder ab drei Jahren und laden zum Anschauen, Entdecken und Freuen ein. Ein Vorlesespaß, der in die Welt der Fantasie entführt!

„Manchmal reicht ein einziger Blick und man weiß, dass man sich mag… Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und die Liebe zu einem Pony.“

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Das Mädchen und das Pony
Guido van Genechten, erschienen im Lingen Verlag
Hardcover, Format 29,5 x 21,5 cm, Seitenzahl: 27
ISBN 978-3-945136-44-7, € 12,95

 

 

 

 

 

Aktivieren und bewegen von älteren Menschen [Rezension]

Aktivieren und bewegen

Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen ist ein praxisorientierter Ratgeber für sämtliche Berufsgruppen, welche darauf ausgerichtet sind, Hochbetagte mit mehr oder weniger ausgeprägten Bewegungseinschränkungen zu betreuen oder zu pflegen. Das Buch ist optimal für Altenpflege-, Altenpflegehilfs- und Betreuungskräfte, Alltagsassistenten, sozialpädagogische wie auch therapeutische Berufsgruppen in Alten- oder Pflegeheimen sowie Übungsleiter, Gymnastik- und Sportlehrer in der Altenarbeit geeignet. Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen will mit mannigfaltigen Anregungen aufzeigen, dass eine ganzheitliche Aktivierung und psychosoziale Betreuung hochbetagter und pflegebedürftiger Menschen, welche zwar in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, trotzdem vielfältige, abwechslungsreiche und unterhaltsame Förderstunden beinhalten.

Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen bietet eine Fülle von Anregungen für die praktische Gestaltung von Bewegungs- und Spielangeboten mit Hochbetagten, welche thematisch zugeordnet werden: Schulung der Sinne, Rhythmus und Tanz, Spielen, Beweglichkeit: Gymnastik, Gedächtnisschulung, Alltagsmaterialien, Bewegungsgeschichten, Lebenspraktische Fähigkeiten und speziell an die Bedürfnisse und Besonderheiten dieser Zielgruppe angepasst sind. Dabei stehen die Schulung des Bewegungsapparates, das eigene Körpergefühl, die Stabilisierung der Psyche und die Erhaltung der körperlichen Funktionsfähigkeit.

Jedes Kapitel im Praxisbuch Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen wird zuerst ausführlich vorgestellt und in seiner Bedeutung für die älteren Menschen beschrieben, gefolgt von praktischen Ideen, organisatorischen Bedingungen und konkreten Hinweisen zur Stundendurchführung und -planung sowie zum Einsatz von Musik oder verschiedensten Materialien. Dabei stellt sich heraus, dass sich gerade erlebniszentrierte Arbeitsweisen, welche das Selbsterleben anregen und einen individuellen Ausdruck zulassen, für Hochbetagte als geeignet erweisen. Sinneserfahrungen und Bewegung zu fördern bedeutet dabei die Aktivierung des eigenen Körpererlebens, die Festigung der eigenen Identität, gerade, aber nicht nur wenn die Erinnerung schwindet sowie Alltagssituationen zu beherrschen. Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen zeigt auf, dass es in der Altenhilfe nicht nur um die pflegerische Arbeit geht und die Begleitung, Aktivierung sowie psychosoziale Betreuung hierbei einen bedeutenden Stellenwert für die Lebensqualität haben.

Aktivieren und bewegen
Aktivieren und bewegen von älteren Menschen 
Schulung der Sinne Beweglichkeit durch Gymnastik
Rhythmus und Tanz, 
Marianne Eisenburger, MEYER & MEYER Verlag, 
16,5 x 24,0 cm, Klappenbroschur, 33 Fotos, in Farbe, 136 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.10.2016, ISBN: 978-3-89899-545-0, € 16,95

Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik [Rezension]

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Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik ist ein praxistauglicher Leitfaden mit einer Vielzahl an Ideen, die aufzeigen, wie hochbetagte sowie demenzkranke Menschen durch Sprichwörter und Musik in Form von Volks- und Kinderliedern, Schlagern und klassischer Musik aktiviert werden können. Es werden 20 Themen aus Alltag und Jahreskreis von „Namen und ihre Bedeutung“, „Die Zeit und die Uhr“, „Lachen und Frohsinn“ bis hin zu „Glocken und Neubeginn“ behandelt.

Zu jedem Kapitel in Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik werden Lieder, Redewendungen und Sprichwörter als Teil unseres „kollektiven Gedächnisses“ angeboten, dazu Rätsel und Fragen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Je nach Lebenserfahrung sowie persönlichem Hintergrund kann so der Zugang zu einem verschlossenen Menschen geöffnet und unmittelbar Erinnerungen berührt werden. Auch Anfänger auf diesem Gebiet können die Inhalte praxisnah umsetzen. Dazu bietet die beiliegende CD im Praxisratgeber Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik eine gelungene Auswahl an zahlreichen Liedern zum Mitsingen und Zuhören sowie Werke aus der Klassik zum Genießen und Zuhören. Gerade die Kombination aus Singen und Sprache bringt besonderen Erfolg in der Aktivierung von hochbetagten sowie demenzkranken Menschen.

„Ein Sprichwort, ein Wahrwort“ – Generationen sind sie ins Stammbuch geschrieben und damit fest im Langzeitgedächnis vor allem älterer Menschen verankert. Wer kennt nicht die Aussprüche und Redewendungen „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur“, „Morgenstund hat Gold im Mund“, „Kommt Zeit, kommt Rat“ oder „In der Kürze liegt die Würze“. Diese kurzen einprägsamen Sätze beinhalten tiefe praktische Lebensweisheiten und begründen sich auf einer langen Erfahrung, manchmal waren sie selbst Teil der Erziehung. Sie eignen sich daher optimal in der Arbeit mit hochbetagten und dementiell erkrankten Menschen um ein Gespräch zu beginnen sowie für biografische Tätigkeiten, in denen die Erinnerungen und Gedanken lebendig werden.

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Diese bewährten, ideenreichen Praxismodelle in Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik mit den mannigfaltigen Themen eignen sich für Pflegende in Alteneinrichtungen, Alltagsassistenten, Betreuungskräfte, ehrenamtlich engagierte Tätige, therapeutische und sozialpädagogische Berufsgruppen sowie Angehörige. Sie eröffnen heitere, überraschende, anregende, vor allen Dingen wertvolle Augenblicke, wenn die Erinnerungen wach werden. Eine Aktivierung, welche Freude bereitet und somit eine wunderbare Unterstützung in der Arbeit mit hochbetagten und demenzkranken Menschen, ob in der Einzelbetreuung oder in der Gruppenarbeit darstellt.

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Vorwort – Sprichwörter, Lieder und Musik in der Begleitung hochbetagter und demenzkranker Menschen – Tipps für die Praxis –
Praxismodelle: Glück und Segen – Die Zeit und die Uhr – Musik und Tanz – Lachen und Frohsinn – Haus und Hof – Beruf und Arbeit – Essen und Trinken – Zahlen und Symbole – Blumen und Blätter – Vögel und Federvieh – Farben und Formen – Stadt und Land – Wasser und Waschen – Küche und Haushalt – Kleine und große Tiere – Kleidung und Erscheinung – Urlaub und Reisen – Wind und Wetter – Namen und ihre Bedeutung – Glocken und Neubeginn –
Anhang: Werbeslogans – Aktivieren mit dem Alphabet – Die Diakonie in Bayern – Alphabetisches Liedverzeichnis –
Inhalt der CD: Glückes genug – Glück auf, der Steiger kommt – Alleweil ein wenig lustig – Alle Vögel sind schon da – Man müsste Klavier spielen können – Mexikanischer Walzer – Humorske, op. 101 Nr. 7 – Kein schöner Land in dieser Zeit – Fröhlicher Landmann, von der Arbeit zurückkehrend – Es klappert die Mühle am rauschenden Bach – Glissandowalzer (Das Butterbrot) – Es waren zwei Königskinder – Ich tanze mit dir in den Himmel hinein – Komm mit nach Varasdin – Frau Schwalbe ist ’ne Schwätzerin – Im Kraphenwaldl (Kuckuckspolka) – Bunt sind schon die Wälder – Widele, wedele, hinterm Städtele – Heißa Kathreinerle – Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘ – Muss i denn zum Städtele hinaus – Heut kommt der Hans zu mir – Für Elise – Bruder Jakob – Oh, wie wohl ist mir am Abend – Musik, Musik, Musik (Ich brauche keine Millionen)

Ulrike Eiring ist staatlich geprüfte Musikpädagogin und absolvierte am Richard-Strauß-Konservatorium in München die zusätzliche Ausbildung mit dem Titel „Musik mit Senioren“. Im Rahmen ihrer langjährigen Praxiserfahrungen in verschiedenen Alteneinrichtungen entwickelte sie dieses Konzept zur geistigen Aktivierung von Senioren durch Sprichwörter, Lieder und Musik.

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Dabeisein

Erleben

Mitmachen

Emotionen haben

Nähe spüren

Zufrieden sein

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Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik
Praxismodelle für die Begleitung hochbetagter und demenzkranker 
Menschen, Bindung Broschur, 96 Seiten
Schott GmbH & Co. KG, Mainz
ISBN 978-3-7957-0835-1   ISMN 979-0-001-19477-8

Der Strassensammler [Rezension]

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Das vierte Buch des Bestsellerautors erschien im August 2016 und thematisiert das Reisen mit allen seinen unwägbaren Gegenbenheiten. Autisten hassen Unwägbarkeiten. Umso erstaunlicher, dass Peter Schmidt, ein Asperger-Autist, ausgerechnet die Straßen der Welt einsammeln möchte, denn seine Sehnsucht und seine Sammelleidenschaft sind stärker als die Furcht vor dem Unbekannten.

„Ich ermesse den Erfolg meiner Reise daran, ob ich den Plan hin bekommen oder sogar übererfüllt habe.“


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Peter Schmidt durchquerte Eiswüsten, geriet in Seenot auf offenem Ozean und bereiste Syrien im aufziehenden Bürgerkrieg. Er war in Äthiopien, im Sudan, in Usbekistan, in Dubai und dem Oman. Insgesamt in 110 Ländern. In allen 50 Bundesstaaten der USA. Auf der eisigsten Straße in Österreich, der verdschungelsten Straße in Papua-Neuguinea, der verweigertsten Straße in Jordanien, der staubigsten Straße in Tansania und der stürmigsten Straße in Argentinien. Auf der atemlosesten Straße in Tibet erhielt er einen Ausweis mit dem Titel „Alien´s Travel Permit“, der ihn dokumentenecht zum Alien per Pass stempelte. Er bestieg den Kilimanjaro, den Stromboli, den Mount Fuji, um nur einige der Vulkane zu nennen. Die Liste der von ihm besuchten Wüsten erstreckt sich von der Kalahari, Namib über Outback Australia bis hin zum Great Basin Desert. Stets dabei: Ein akribisch ausgearbeiteter Plan, denn dieser ist essentiell für seine Reisen. In Panik geriet er erst, als bei Mc Donald’s am Highway 95 die Cola ausgeht … denn das war nicht vorhersehbar.

Peter Schmidt nimmt uns in seinem Buch Der Strassensammler – Die unglaublichen Erlebnisse eines autistischen Weltreisenden mit auf seine faszinierende Reise rund um den Globus, welche charakterisiert, wie er die Welt wahrnimmt. Durch die Brille des Autisten verändert sich auch unsere Sicht auf die Welt. Auf Reisen das Unplanbare planen, ein unwägbares Leseabenteuer!

In der wüstenhaften Gegend, der Bardenas Reales in der nordspanischen Provinz Navarra, ging 24 Stunden gar nichts mehr, weil es regnete. Nach seinem Plan hatte es dort aber nicht zu regnen, eine totale Handlungsblockade ist die Folge. In Jordanien wollte er das Wadi Rum besuchen, konnte dem Fahrer aber aufgrund fehlender arabischer Sprachkenntnisse nicht vermitteln, wo er hin will. Aus lauter Verzweiflung ist er gleich zweimal in einer Stunde aus dem fahrenden Jeep gesprungen und hat sich in den Sand geworfen. Er ist dann wie ein Computer, der sich aufgehängt hat und auf nichts mehr reagiert. Dann braucht der Autor Stille, die Möglichkeit zu einem wie „Neustart“ um zu sich selbst zu finden, seine eigene Wahrnehmung zu verarbeiten, damit er wieder funktionieren kann.

Wann immer möglich, bevorzugt der Autor den langen Landweg für seine Reisen, um das Sammeln der Straßen auf seine Weise zu erleben und wie sich die Wahrnehmung auf der Strecke ändert. Wer mit Peter Schmidt mitreist oder ihn als Einheimischer auf seinen Reisen trifft, hat es manchmal nicht leicht. Ungeplantes ist schlecht, geplantes gut. So einfach das klingt, so absurd sind manchmal deren Auswirkungen: Er hätte keine Probleme trotz Bürgerkrieg nach Syrien zu fahren, das könne man schließlich in einen Plan einbauen. Wenn bei McDonalds oder einem anderen großen Burgerrestaurant aber die Cola ausgeht, die eigentlich immer fest zu einem bestimmten Menü dazu gehört, dann bringt das ihn aus der Fassung. Das ist nicht planbar. Er storniert sehr lautstark die Bestellung und will sein Geld zurück, denn das andere kann er ohne die Cola nicht mehr essen. Es ist das alltägliche, was anderen nur Kopfschütteln beschert, was ihm jedoch Probleme bereitet und das Ungewöhnliche, was für andere Menschen schwer ist, ist für ihn wiederum einfach. Schmidt kann schwierige Bergwanderungen machen, aber es gestaltet sich mehr als schwierig den Rucksack zu packen. „Was für mich normal ist, ist für andere unnormal und eben umgekehrt“.

Der Strassensammler – Die unglaublichen Erlebnisse eines autistischen Weltreisenden ist ein Buch voller spannender, beeindruckender Reisegeschichten, dass viele interessante Einblicke in seine autistische Verhaltens- und Sichtweisen gewährt. Strukturen geben Halt. „Auf vielen Veranstaltungen und eigenen Vorträgen setze ich mich dafür ein, dass man Menschen und ganz besonders autistischen Menschen niemals den Weg vorschreiben darf, den sie zu gehen haben. Denn jeder Mensch hat doch das gleiche Ziel: dem Leben über eine Struktur einen Sinn und Werte zu geben. Strukturen geben Halt. Nicht nur autistischen Menschen, sondern allen! Ich würde mich freuen, wenn die Menschen begreifen würden, dass sie letztendlich alle zusammenhängen, jedes Individuum letztendlich eine konkrete Ausprägung eines übergeordneten Seins ist und dass man jedem seinen eigenen Weg lassen muss, den er für den richtigen hält, um seinen Sinn und sein Sein zu finden.“

– aus: „Der Strassensammler“ (Peter Schmidt)

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Autorenbiografie

Dr. Peter Schmidt ist Diplom-Geophysiker, Referent, Autor und IT-Experte mit Schwerpunkt SAP-Software. Er besucht gern Naturlandschaften und liebt Vulkane, Wüsten sowie Straßen. Erst 2007, mit 41 Jahren, entdeckte er auf serendipischem Wege, dass er ein hochfunktionaler Autist mit ausgeprägtem Asperger-Syndrom ist. In den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften ist er hochbegabt, menschliche Kommunikation hingegen ist ihm oft ein Rätsel. Dafür kann er aus einer Fülle an Details verblüffende Zusammenhänge erkennen, er hat die ganzen Erdoberflächenstrukturen im Kopf und zudem „eine Vorstellung von einem Universum, das endlich ist und nie einen Urknall gesehen hat“. Mit seiner Frau Martina und seinen zwei Kindern Raphael und Ramona lebt er in Gadenstedt im Peiner Land. Seine drei Bücher Ein Kaktus zum Valentinstag, Der Junge vom Saturn und Kein Anschluss unter diesem Kollegen, welche im Patmos Verlag erschienen sind, wurden zu Bestsellern.

Der Bestsellerautor verrät, dass nach Der Strassensammler – Die unglaublichen Erlebnisse eines autistischen Weltreisenden noch weitere Bucherscheinungen von ihm geplant sind. Und die nächste Reise geht in die Karibik. Dominikanische Republik, Curacao, Dominica, Antigua. Wasserstraßen sammeln mit der AIDA. Barbados, Grenada und andere. Es verspricht weiterhin aufregend zu werden!

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Der Strassensammler 
Die unglaublichen Geschichten eines autistischen Weltreisenden
Peter Schmidt, PATMOS Verlag, 1. Auflage 2016
Klappenbroschur, durchgehend mit Fotos und Karten
288 Seiten, Format 14 x 22 cm, ISBN: 978-3-8436-0832-9, € 19,99

Die Fotos unterliegen dem Urheberrecht von Dr. Peter Schmidt. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. 

Tinnitus – Interview mit dem Arzt und Buchautor Dr. med. Eberhard J. Wormer

Tinnitus: „Wer sich mit seinen Ohrgeräuschen vertraut macht, kann sich von ihnen dauerhaft befreien!“

„Chronische Ohrgeräusche sind ins Gedächtnis eingebrannte Erinnerungen – das Brandzeichen großer körperlicher oder psychischer Belastungen. Für eine erfolgreiche Tinnitus-Therapie sollte der ganze Mensch miteinbezogen werden, um die belastenden Gedächtnisspuren nachhaltig zu löschen. Mit einer individuellen Mischung ganzheitlicher Angebote gelingt es vielen Tinnitus-Patienten, einen erträglichen Kompromiss mit ihren Ohrgeräuschen zu schließen oder diese ganz zum Schweigen zu bringen.“ Dr. med. Eberhard J. Wormer, Autor des Ratgebers „Tinnitus. Wie Ohrgeräusche entstehen und wie man sich davon befreit“, hat sich eingehend mit den Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Tinnitus auseinandergesetzt und bietet Betroffenen eine hoffnungsvolle Perspektive auf Heilung.

Der Tinnitus hat sich laut aktuellen Studien in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet. Was sind die Gründe für die Häufigkeit dieses Ohrenleidens?

Dr. Wormer: Es sieht so aus, als ob zunehmender Leistungsdruck in Beruf und Alltag eine der Hauptursachen ist. Wir stehen unter Dauerstress. Der hohe Lärmpegel in den wachsenden Städten verschärft das Problem: Da die Ohren immer „offen“ für Hörwahrnehmungen sind, werden sie zwangsläufig zum Stressvermittler. Dauerstress verursacht körperliche Reaktionen, die zu vielfältigen Gesundheitsstörungen beitragen. Somit fungiert ein Tinnitus häufig als Warnsignal, den eigenen Lebensstil und die eigenen Leistungserwartungen zu überprüfen und zu verändern.

Bereits im Altertum wird vom rätselhaften „Klingeln der Ohren“ berichtet, und zahlreiche Künstler und Komponisten litten darunter. Welche berühmten Leidensgenossen sind hier zu nennen, und wie versuchte man damals, den Tinnitus zu behandeln?

Dr. Wormer: Die bekanntesten historischen Tinnitus-Opfer sind Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Bedřich Smetana („Die Moldau“). Die von Pathos und Empfindsamkeit geprägten Epochen der Klassik und Romantik waren besonders anfällig für eine extrem subjektive Interpretation beunruhigender Innengeräusche. Eine Behandlung des Tinnitus existierte damals nicht. Die Betroffenen mussten sich mehr schlecht als recht mit ihrem Leiden abfinden. Obwohl Hippokrates im 5. Jahrhundert v. Chr. bereits das Prinzip der Tinnitus-Maskierung – d. h. einer Art „Überspielung“ des Tinnitus mit einem angenehmeren Geräusch – kannte, gab es in den nachfolgenden Jahrtausenden keine sinnvollen Therapien. Im Extremfall griff man gar zum Skalpell.

Der Tinnitus gilt zwar meistens nur als Symptom, kann aber durchaus ernsthafte Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Worauf deuten die Ohrgeräusche hin, und welche Krankheiten können daraus entstehen?

Dr. Wormer: Im Prinzip sind Ohrgeräusche zunächst ein Alarmsymptom, das auf einen Überforderungszustand des Individuums hinweist. Das Symptom Tinnitus hat dann Krankheitswert, wenn Betroffene chronisch darunter leiden und psychosoziale Störungen hinzukommen (Angst, Depression, Schlafstörungen, Berufsunfähigkeit) – bis hin zum Suizid! In dieser Hinsicht sind chronische Ohrgeräusche mit chronischen Schmerzen vergleichbar: Das subjektiv empfundene Symptom Schmerz entwickelt sich durch Chronifizierung zur Schmerzkrankheit (Fibromyalgie).

Die Betroffenen leiden besonders darunter, dass nur sie selbst die Störgeräusche wahrnehmen können. Welche Diagnosemöglichkeiten hat hier die Medizin, und wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Dr. Wormer: Der zuständige Facharzt ist in der Regel der HNO-Arzt. Im besten Fall wird er Ihnen bei der Schilderung Ihrer Leidensgeschichte zuhören, bevor eine Mittelohrprüfung sowie subjektive und objektive Hörprüfungen durchgeführt werden. Gelegentlich steckt das Übel in der Halswirbelsäule oder auch im Kiefergelenk, wenn man chronisch mit den Zähnen knirscht und presst – auch ein Stresssymptom! Man sollte dann einen Arzt aufsuchen, wenn der Tinnitus als beunruhigend, bedrohlich oder unerträglich empfunden wird.

Das Gehör des Menschen ist so faszinierend wie komplex. Wie funktioniert die akustische Wahrnehmung eigentlich, und weshalb kommt es zum Tinnitus?

Dr. Wormer: Das Ohr besteht im Prinzip aus einem immerwährend eingeschalteten „Mikrofon“ (Ohren) und einer „Software“ zur Verarbeitung akustischer Informationen (Gehirn). Für Ohrgeräusche kommen viele möglich Ursachen infrage; sie können im peripheren Ohr oder bei der zentralen Verarbeitung von Audiosignalen ausgelöst werden. Am häufigsten entsteht Tinnitus an der Hörschnecke (Cochlea) oder innerhalb der zentralen Hörbahn. Neun von zehn Tinnitus-Patienten sind zudem schwerhörig. Man glaubt, dass zunächst eine veränderte Spontanaktivität des Hörnervs zur Bildung eines Tinnitus-Musters in der zentralen Hörbahn beiträgt – der Hörnerv entwickelt ein Eigenleben. Ist die Hörnerv-Aktivität abgeklungen, bleiben störende Ohrgeräusche als akustische Erinnerung erhalten.

Die Behandlung des Tinnitus soll nach wie vor schwierig sein, da viele Fragen noch ungeklärt sind. Was steht einer wirksamen Therapie entgegen? Welche Hoffnung gibt es für die Betroffenen?

Dr. Wormer: Medizinische Behandlungen beziehen sich nur auf das „Mikrofon“ (Außen-, Mittelohr) und die „Tonabnehmer“ (Innenohr, Hörschnecke). Dort ist Schluss. Das eigentliche Tinnitus-Drama spielt sich aber jenseits der Hörschnecke ab und betrifft viele mit Hörwahrnehmungen verknüpfte Hirnzentren. Das bedeutet, dass man mit Therapien, die den ganzen Menschen miteinbeziehen, am weitesten kommt. Es gibt berechtigte Hoffnung, dank solcher Therapien einen erträglichen Kompromiss mit seinem Tinnitus schließen zu können oder ihn ganz zum Schweigen zu bringen.

Besonders vielversprechend sind also ganzheitliche Behandlungsansätze. Was ist deren Ziel, und wie kann es gelingen, die Lebensqualität zurückzugewinnen?

Dr. Wormer: Die gute Nachricht: Bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen verschwindet der Tinnitus spontan! Chronische Ohrgeräusche sind ins Gedächtnis eingebrannte Erinnerungen – an Zeiten großer körperlicher und psychischer Belastungen. Das unüberhörbare Brandzeichen eines früheren Dauerstresszustandes. Solche Gedächtnisspuren zu löschen, ist das Ziel. Dies gelingt am besten mit Entspannungsmaßnahmen und „Abgewöhnungstherapien“. In manchen Fällen helfen zusätzlich Hörgeräte oder sogenannte Masker. Oft ist Schwerhörigkeit mit im Spiel. Dafür sind HNO-Ärzte zuständig. Viele Tinnitus-Betroffene schaffen es, mit einer individuellen Mischung von Maßnahmen ganzheitlicher Angebote ihre Ohrgeräusche in den Griff zu bekommen.

Ihr Ratgeber betont die Bedeutung von Aufklärung und Information für die Bewältigung des Tinnitus-Problems. Welche Angebote für Selbsthilfe gibt es, an wen sollten sich Betroffene wenden?

Dr. Wormer: Ohrgeräusche werden fast immer als hochgradig beunruhigend und verstörend erlebt. Mitunter verbreiten sie Angst und Schrecken. Wenn man über die Funktionen der Hörwahrnehmung informiert ist, verliert der Tinnitus seinen dämonischen Charakter. Und man begreift ihn als zugehörig zum eigenen Selbst. Das Qualitätsniveau der Tinnitus-Therapie in Deutschland ist vergleichsweise hoch – nicht zuletzt wegen der Aufklärungsarbeit und des Engagements der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL, http://www.tinni.net). Die Deutsche Tinnitus-Liga ist eine erste Adresse für Tinnitus-Betroffene, hier finden Sie Selbsthilfegruppen und Chatforen (www.forum.tinnitus-liga.de). Die Chancen stehen gut, dass Sie von Ihren Ohrgeräuschen befreit werden!

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Mankau Verlages.

Dr. med. Eberhard J. Wormer 
Tinnitus Wie Ohrgeräusche entstehen und  wie man sich davon befreit  
Mankau Verlag, 1. Auflage 18. Mai 2015 
Klappenbroschur, 16 x 22,4 cm, zweifarbig, 190 Seiten 14,95 € (D) / 15,40 € (A), 
ISBN 978-3-86374-218-8

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Drachenschnodder [Buchvorstellung]

Drachenschnodder Cover

Am Fuße eines schönen Hügels wohnen Kalle Kaninchen, Bär und die anderen Waldtiere. Eines Tages rüttelt ein Knall alle auf: Auf dem Hügel ist ein verschnupfter Drache notgelandet. Srin Hatschiii! lässt nicht nur Bäume erzittern … Kalle ist mutig und will helfen: Obst und Gemüse sind sicher genau das Richtige gegen Drachenschnodder. Oder was frisst so ein Drache am liebsten?

Was ist das? Bär und Kalle Kaninchen sitzen gerade einträchtig zusammen und naschen leckere Äpfel und Brombeeren, als ein großer Schatten über den Wald fällt. Neugierig machen sie sich auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei werden die von den anderen Tieren begleitet. Der Nebel lässt den Wald traurig aussehen, aber Kalle Kaninchen geht mutig voran. Da! Ein kräftiger Nieser lässt die Tiere den Hügel hinunter purzeln, nur Kalle ist noch oben. Er erfährt, dass Djordo der Drache eigentlich keine Wälder mag, doch dieser musste wegen seiner Erkältung eine Notlandung machen. Djordo kann erst weiterfliegen, wenn er wieder gesund ist, das kann aber eine Woche dauern. Doch bis dahin wäre alles voller Drachenschnodder. Was nun? Dazu müssen die Tiere auch verhindern, dass der Drache Hunger bekommt. Kalle läuft mit einem Korb voller gesunder Äpfel los. Djordo isst eigentlich nur Prinzessinnen und Büffel und Steak und Würstchen. Doch diese Apfeldinger sind wirklich lecker! Mit Obst, Gemüse, Gurkensalat, Kürbissuppe und Pilzeintopf muss selbst ein großer, starker Drache bald nicht mehr niesen. In der Nacht erzählen sich Kalle und Djordo unter dem leuchtenden Sternenhimmel spannende Drachengeschichten und singen Lieder. Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen.

Eine wunderbare Geschichte über Mut und Hilfsbereitschaft.

Fazit: Eine klare Leseempfehlung! Drachenschnodder von Esther Miskotte ist ein wahres (Vor-) Lesevergnügen mit liebevollen Illustrationen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren, was Spaß macht, zum Schmunzeln einlädt und daher in keinem Bücherregal fehlen sollte.

Drachenschnodder Cover
Drachenschnodder
Esther Miskotte
LINGEN Verlag
Hardcover, Format 21,5 x 29,5 cm, Seitenzahl: 27
ISBN 978-3-945136-42-3

 

Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief [Rezension]

Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief

Rebekka liebt ihre große Schwester Maria über alles. Sie ist so klug und so lieb zu allen! Eines Nachts wacht Rebekka plötzlich von einem sehr hellen Schein auf – und hört gleich darauf, wie Maria sich mit einem Engel unterhält! Der erzählt ihr, dass sie ein Kind bekommen wird. Das findet Rebekka richtig aufregend!

Umso mehr ist sie enttäuscht, als Maria, hochschwanger, sich mit Josef ohne sie auf den Weg nach Betlehem macht. Sie möchte doch so gerne dabei sein, wenn das Kind auf die Welt kommt! Also folgt sie ihnen heimlich, nur begleitet von ihrem wunderbaren Hund und Freund Strubbel, der sie vor allen Gefahren beschützt. Aber wie kann er es verhindern, dass sie Weihnachten verschläft?

„Wie Rebekka Weihnachten verschlief“ ist eine Weihnachtsgeschichte, die auf eine fröhliche, bunte und neue Art über die Geburt Jesu aus Kinderaugen erzählt und damit ein großartiges (Vor-)Lesevergnügen für alle, die gespannt auf Weihnachten warten.

Rebekka lebte mit ihrer Schwester Maria, den Eltern und vier Brüdern in einem Haus. Ihr bester Freund, der Hund Strubbel, ist immer an ihrer Seite. Eines Nachts geschah etwas Merkwürdiges, ein leuchtendes Wesen sprach zu Maria, dass sie ein Kind bekommen würde, ein ganz besonders, Gottes Sohn. Zuerst glaubte sie noch an einen Traum, aber bereits am nächsten Morgen wusste sie, dass es keiner sein sollte. Ein unglaublich schönes Gefühl der Freude! Mit der Zeit wurde Marias Bauch immer runder, doch eines Abends kam ihr Verlobter Josef, denn sie mussten nach Bethlehem aufbrechen. Kaiser Augustus hatte den Befehl gegeben, dass jeder in die Stadt gehen musste, in der er geboren war. Rebekka hielt es ohne ihre Schwester nicht lange aus und bereits am nächsten Morgen lief sie mit Strubbel am Hoftor vorbei, um Maria und Josef nachzulaufen. Durch Felder und Gehöfte, entlang des Baches und durch ein kleines Dorf, immer weiter. Endlich hatten sie ihre Schwester eingeholt. Als sie in Bethlehem kein freies Plätzchen mehr fanden, gewährte ihnen ein Bauer Unterschlupf in einer Scheune. In dieser Nacht wurde das Christkind geboren und es strahlte genauso wie der Engel, der Maria einst besuchte. Da war sich Rebekka sicher, dass es geboren wurde, um den Menschen im Herzen ein warmes und himmlisches Leuchten zu schenken.

Das Kinderbuch „Wie Rebekka Weihnachten verschlief“ erscheint im Hardcoverformat und ist von wunderbaren, einmaligen Illustrationen unterstrichen. Damit wird die Adventszeit garantiert zum Lesevergnügen, die kleinen Leser werden auf eine Reise in die Welt der Fantasie und Träume entführt. Auch als Weihnachtsgeschenk für Kinder ab drei Jahren sehr zu empfehlen.

 

Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief
Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief
Sandra Salm / Elli Bruder
Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, 1. Auflage 2015  
Format 22 x 24 cm
24 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR 12,99 [D]
ISBN: 978-3-8436-0631-8