Der Gutshof im Alten Land [Rezension]

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Ein herrschaftliches Landgut wird zum Schauplatz einer großen Liebe in schweren Zeiten. Seit Jahrhunderten herrscht die Familie von Voss über einen Gutshof im Alten Land. Doch ihr Schicksal beruht auf einer Lüge.

Die neue große Familiensaga von der Autorin des Bestsellers „Das Haus am Alsterufer“.

Die Autorin Micaela Jary führt uns in ihrem Roman Der Gutshof im Alten Land in das Jahr 1920 auf den Gutshof der Familie Voss im Alten Land. Der Patriarch Edzard von Voss liegt nach einem Schlaganfall im Sterben, für seine Pflege weicht seine Ehefrau Caroline nicht von seiner Seite, um täglich aufopferungsvoll um sein Leben zu kämpfen. Der älteste Sohn Gerrit hat den Hof verlassen und ist nach Amerika gegangen, der jüngere Sohn Lennart wird als Soldat in Nordfrankreich vermisst. Finja von Voss führt den Hof, jedoch erben kann sie ihn als Tochter des Gutsherrn nicht, obwohl die Zweiundzwanzigjährige anpacken kann wie eine Magd. Sie soll gemäß Stand und Tradition wie eine gut geölte Landmaschine funktionieren und ihre gesellschaftlichen wie auch familiären Pflichten erfüllen. Eine moderne Zukunftsplanung kommt den Eltern nicht in den Sinn, obwohl sich das Frauenbild seit dem Krieg entscheidend verändert hat.

Da taucht Clemens Curtius auf, der zusammen mit dem vermissten Lennart im Krieg gedient hat. Caroline plant, ihn als ihren Sohn auszugeben, denn Clemens ist diesem wie aus dem Gesicht geschnitten. Wird ihnen diese Scharade gelingen und ist diese Ähnlichkeit wirklich nur Zufall? Die Erinnerungen an den Krieg sind allgegenwärtig und so werden die abweichenden Merkmale vorerst den Kriegserlebnissen zugeschrieben. Aber irgendwann muss das Ränkespiel zwangsläufig zu Schwierigkeiten kommen und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Micaela Jary entführt den Leser im Buch Der Gutshof im Alten Land auf eine Zeitreise in die Ereignisse nach dem Ersten Weltkrieg und lässt diese in den Alltag auf einem herrschaftlichen Gut eintauchen. Der fesselnde, lebendige sowie spannende Schreibstil, erweckt zeitglich das romantische Alte Land mitten in der Apfelblüte vor dem inneren Auge zum Leben.

Historik, Liebe, Erinnerungen, Hoffnungen, Intrigen, Geheimnisse und einiges mehr stecken in dem Roman Der Gutshof im Alten Land. Spannende Ereignisse, die hoffentlich mit diesem Buch noch nicht beendet sind. Das Romanende lässt zumindest die Hoffnung zu, dass es ein Wiedersehen im Alten Land geben könnte.

Vita

Micaela Jary stammt aus Hamburg, sie wuchs als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in der Welt des Kinos und damit der erfundenen Geschichten auf. Schon früh dachte sie sich Romanhandlungen aus. Sie studierte Sprachen und arbeitete viele Jahre als stellvertretende Chefredakteurin für verschiedene Zeitschriften, Ressortleiterin und Redakteurin, bevor sie sich seit 1993 ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Nach einem viereinhalbjährigen Aufenthalt in Paris lebt sie heute mit ihrem Ehemann in Berlin und München. Zum Schreiben begibt sie sich aber auch in ein kleines Landhaus nahe Rostock. Micaela Jary ist GEMA Mitglied und gehört der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur – Syndikat e.V. , dem Autorenkreis Homer sowie der Vereinigung deutscher Liebesroman-Autoren DeLiA an. Unter dem Pseudonym Gabriela Galvani schreibt sie historische Romane, als Michelle Marly Romanbiografien.

Pressestimmen über den Roman „Der Gutshof im Alten Land“:

»Klasse Mix aus Familien- und Zeitgeschichte.«

Für Sie (18.06.2018)

»Eintauchen in diese emotionale Familiensaga und in die Geschichte des Alten Landes – ein wunderbarer Lesegenuss für Stunden.«

Mainhattan Kurier, Frankfurt (01.09.2018)

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Der Gutshof im Alten Land
Michaela Jary
erschienen am 20. August 2018 im Goldmann Verlag
ISBN 978-3-442-48596-3 EUR 10,00

 

 

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Spekulatius der Weihnachtsdrache [Rezension]

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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Hermann Hesse

Für Mats beginnt der Dezember ziemlich ungewöhnlich, denn er bekommt statt einer Schnur mit 24 kleinen, in raschelndem glänzenden Geschenkpapier verpackten Überraschungen, die sich quer durch den Raum spannen sollte und jeden Morgen zu etwas Besonderem machen, nur einen Adventskalender mit blöden Sprüchen. Besinnliche Betrachtungen für die Adventszeit. Doch dann landet er vor dem Schaufenster von Frau Kramers Kramladen „Wischnus Schatz“. Frau Kramer, die sich selbst Frau Karma nennt, schenkt ihm aus einem großen Korb, an dem Schatzkiste steht, ein goldenes Ei, dass doppelt so groß wie ein Hühnerei und ziemlich schwer ist. Am nächsten Morgen wird er von dem angenehmen Geruch von Weihnachtsplätzchen und einem Klopfen in der Nähe seines Beines geweckt: Tock, tock, tock. Doch was ist das? Als er noch ganz verschlafen die Augen öffnet, klopft es wieder. Das Ei bewegt sich und daraus schlüpft ein kleiner, niedicher Drache, dem beim Niesen kleine Flämmchen aus den Nasenlöchern schießen.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Ein Weihnachtsdrache, den Mats Spekulatius tauft, denn er duftet nach Weihnachtsgebäck. Eigentlich gibt es keine Drachen, das wollen einem aber nur die Erwachsenen weismachen und die erzählen oft Sachen, die nicht wahr sind, weiß Matilda, Mats kleine Schwester. Specki, der Weihnachtsdrache überrascht die beiden jeden Tag aufs Neue und so steht ihr Leben bald Kopf. So viel Weihnachten, so viel Chaos und so viel Abenteuer haben sie noch nie erlebt – und das alles in 24 Tagen! Aber Magie sucht sich immer ihren eigenen Weg, wie auch Frau Kramer weiß.

Spekulatius der Weihnachtsdrache ist in der Vorweihnachtszeit ein zauberhaftes Kinderbuch zum Vor- und Selberlesen, dass in 24 Kapiteln mit vielen farbigen Illustrationen von Martina Leykamm, auf eine wunderbare Reise in die Fantasie entführt. Eine klare Leseempfehlung!

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Spekulatius der Weihnachtsdrache 
Ein Adventsbuch in 24 Kapiteln
Tobias Goldfarb / 2018 Schneiderbuch EGMONT
Seiten 192, Hardcover
ISBN 978-3-505-14213-0 EUR 12,00

 

Anton & Leyla ermitteln – Der Roboterraub [Rezension]

 

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Ein Klassenzimmer-Krimi mit ziemlich ungewöhnlichen Detektiven

Anton liebt die Ordnung sowie seine Routine und Leyla das Chaos. Mit seinem Gespür für Logik und ihrem Bauchgefühl bilden sie ein unschlagbares Team. Er fragt sich wirklich, wie er bis jetzt ohne sie überlebt hat. In der Wiesental-Grundschule wartet ein neuer Fall auf das Duo, denn ein Roboter-Dieb treibt sein Unwesen. Julian hat in Frau Farbers Tüftler-AG wochenlang mit Macke, die eigentlich Daniela heißt, aber jede Macke an Computern reparieren kann, an seinem Roboter Robert gearbeitet – und jetzt ist er mitsamt den Plänen verschwunden! Doch Leyla und Anton haben schon bald zwei Hauptverdächtige, die starke Sarah und Leo Aram aus Antons Nachmittagsklasse bei Frau Kim. Schaffen sie es, mit ihrem findigen Plan den Dieb bis zum großen Roboter-Rennen zu finden, damit Julian noch antreten kann?

Ein spannender Lesestoff für alle Leseanfänger ab 7 Jahren!

Anton & Leyla ermitteln – Der Roboterraub ist ein großartiges Buch des in Irland geborenen Lehrers und preisgekrönten Autors Liam O´Donell, welcher bereits mehrere Bücher, unter anderem die Minecraft-Romane „Battle of the Blocks“ sowie Graphic Novels veröffentlicht hat. Die lustige wie auch spannende Detektivgeschichte ist unterhaltsam geschrieben und entführt auf sehr charmante Art und Weise in das Land der Fantasie. Die zwei hinreißenden Kinderbuchhelden Anton & Leyla vermitteln wie selbstverständlich, was in Kindern vorgeht, die ein bisschen anders sind als andere und lösen die kniffligsten Rätsel mit Witz und Köpfchen.

Eine klare Leseempfehlung für Kinder ab 7 Jahren

Alle Fälle von Anton & Leyla bei Schneiderbuch:

Anton & Leyla ermitteln, Band Nr. 1: Geheimakte PAUSENBROT
Anton & Leyla ermitteln, Band Nr. 2: Der Roboter-Raub

Das dritte Abenteuer von Anton & Leyla erscheint bei Schneiderbuch im Frühjahr 2019

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Anton & Leyla ermitteln - Geheimakte Pausenbrot
Liam O´Donnell, erschienen bei Schneiderbuch
Hardcover, Seitenzahl: 160 Seiten
ISBN 978-3-505-14138-6, EUR 10,00

 

Aleca Zamm ist ein Wunder [Rezension]

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Während draußen vor dem Fenster die Schneeflocken vom Himmel fallen und uns die Kälte lieber in den eigenen vier Wänden verharren lässt, ist es mal wieder an der Zeit, dass eine neue Kinderbuchreihe junge Leser/-innen in ihren Bann zieht. In der Aleca Zamm-Serie von der Autorin Ginger Rue geht es um außergewöhnliche Kräfte, die plötzlich in einem Mädchen erwachen. Und es geht um Zeit. Neugierig geworden?

Heute ist der Tag, an dem sich für Aleca Zamm alles ändert

An ihrem zehnten Geburtstag macht Aleca Zamm eine ganz ungewöhnliche Entdeckung. Der Tag beginnt eher mittelmäßig. Auf dem Weg zur Schule muss sie im Auto feststellen, dass sie einfach nicht weiß, wo ihre Stärken liegen. Wenn ich überhaupt ein Ding habe, dann, eine Niete zu sein, ist ihre Überzeugung. Und obwohl ihr Geburtstag ist, muss sie in der Schule wie jeden Mittwoch in Mathe einen Blitztest schreiben. Doch davor erwartet sie eine bodenlose Gemeinheit. Während die Lehrerin Frau Floberg den Raum verlässt und Alecas ehemaliger Freundin Matilda die Aufsicht überlässt, wird sie von dieser zu Unrecht beschuldigt, Unruhe verbreitet zu haben. Frau Floberg wie auch der Schulleiter Herr Rebstock glauben ihren Unschuldsbeteuerungen jedoch nicht.

„Aber ich habe nichts gemacht“, schreit sie. Plötzlich steht alles still. Im Klassenzimmer bewegt sich niemand, alle sind erstarrt. Die ganze Schule ist ruhig, wie eingefroren. Sie sieht Autos, die mitten auf der Straße halten und in der Turnhalle bleibt der Ball einfach über Trainer Blanks Kopf schweben. Ist sie, Aleca Zamm, das etwa gewesen? Kann sie, das Unmögliche, das Undenkbare, kann sie wirklich die Zeit anhalten? Doch schon nach dem ersten Schrecken beginnt sie, die Not zur Tugend zu machen. Wie? Lasst Euch überraschen und geht beim Lesen mit Aleca Zamm auf eine fantasievolle Reise.

Das aufregendes Abenteuer um ein Mädchen, welches die Zeit anhalten kann

Eine unterhaltsame Zeit beginnt. Mit „Aleca Zamm ist ein Wunder“ startet der erste Teil einer wunderbaren Lesereihe für Leser/-innen ab acht Jahren, welche bei Schneiderbuch, verlegt durch EGMONT Verlagsgesellschaften mbH, erschienen ist. Klare Leseempfehlung: Die Geschichte ist kurzweilig und mit großer Spannung können die Kinder lesen, wie alles weitergeht. Ein tolles Buch, das begeistert und neugierig auf den weiteren Verlauf der Reihe macht. „Aleca Zamm, Band 02: Das Geburtstagswunder“ ist voraussichtlich ab dem 01. März 2018 lieferbar.

„Alles steht still, wenn ich es will

Seit ich an meinem zehnten Geburtstag aus Versehen die Zeit angehalten habe, steht alles kopf! Tante Zelda meint, das liegt daran, dass wir „Wunder“ sind. Sie ist auch eines und kann per Gedanken durch die Welt reisen, bis nach Afrika! Ihr Bruder konnte sogar mit Tieren sprechen. Dabei ist es gar nicht so lustig, wenn dein Goldfisch ständig Witze erzählt. Die Zeit anzuhalten, ist ziemlich praktisch – falls Frau Floberg dir eine Predigt halten will oder du deine Hausaufgaben vergessen hast. Natürlich hat die Sache einen Haken! War ja klar…“

Zur Autorin: Ginger Rue hat schon verschiedene Reihen vor allem für Mädchen veröffentlicht. Die „Aleca Zamm“-Serie, zu welcher auch „Aleca Zamm, Band 02: Das Geburtstagswunder“ gehört, ist ihr neuestes Projekt. Davor schrieb sie für verschiedene Ratgeberkolumnen in Magazinen wie FAMILY CIRCLE, GIRLS‘ LIFE, SEVENTEEN und TEEN VOGUE. Sie lebt mit ihrer Familie in Alabama.

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Aleca Zamm ist ein Wunder
Ginger Rue, Verlag: Schneiderbuch, verlegt durch EGMONT 
Auflage: 1 (3. August 2017), Hardcover, 176 Seiten
ISBN: 978-3-505-14057-005140570 ISBN-13: 978-3505140570
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

Aktivieren und bewegen von älteren Menschen [Rezension]

Aktivieren und bewegen

Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen ist ein praxisorientierter Ratgeber für sämtliche Berufsgruppen, welche darauf ausgerichtet sind, Hochbetagte mit mehr oder weniger ausgeprägten Bewegungseinschränkungen zu betreuen oder zu pflegen. Das Buch ist optimal für Altenpflege-, Altenpflegehilfs- und Betreuungskräfte, Alltagsassistenten, sozialpädagogische wie auch therapeutische Berufsgruppen in Alten- oder Pflegeheimen sowie Übungsleiter, Gymnastik- und Sportlehrer in der Altenarbeit geeignet. Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen will mit mannigfaltigen Anregungen aufzeigen, dass eine ganzheitliche Aktivierung und psychosoziale Betreuung hochbetagter und pflegebedürftiger Menschen, welche zwar in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, trotzdem vielfältige, abwechslungsreiche und unterhaltsame Förderstunden beinhalten.

Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen bietet eine Fülle von Anregungen für die praktische Gestaltung von Bewegungs- und Spielangeboten mit Hochbetagten, welche thematisch zugeordnet werden: Schulung der Sinne, Rhythmus und Tanz, Spielen, Beweglichkeit: Gymnastik, Gedächtnisschulung, Alltagsmaterialien, Bewegungsgeschichten, Lebenspraktische Fähigkeiten und speziell an die Bedürfnisse und Besonderheiten dieser Zielgruppe angepasst sind. Dabei stehen die Schulung des Bewegungsapparates, das eigene Körpergefühl, die Stabilisierung der Psyche und die Erhaltung der körperlichen Funktionsfähigkeit.

Jedes Kapitel im Praxisbuch Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen wird zuerst ausführlich vorgestellt und in seiner Bedeutung für die älteren Menschen beschrieben, gefolgt von praktischen Ideen, organisatorischen Bedingungen und konkreten Hinweisen zur Stundendurchführung und -planung sowie zum Einsatz von Musik oder verschiedensten Materialien. Dabei stellt sich heraus, dass sich gerade erlebniszentrierte Arbeitsweisen, welche das Selbsterleben anregen und einen individuellen Ausdruck zulassen, für Hochbetagte als geeignet erweisen. Sinneserfahrungen und Bewegung zu fördern bedeutet dabei die Aktivierung des eigenen Körpererlebens, die Festigung der eigenen Identität, gerade, aber nicht nur wenn die Erinnerung schwindet sowie Alltagssituationen zu beherrschen. Aktivieren und Bewegen von älteren Menschen zeigt auf, dass es in der Altenhilfe nicht nur um die pflegerische Arbeit geht und die Begleitung, Aktivierung sowie psychosoziale Betreuung hierbei einen bedeutenden Stellenwert für die Lebensqualität haben.

Aktivieren und bewegen
Aktivieren und bewegen von älteren Menschen 
Schulung der Sinne Beweglichkeit durch Gymnastik
Rhythmus und Tanz, 
Marianne Eisenburger, MEYER & MEYER Verlag, 
16,5 x 24,0 cm, Klappenbroschur, 33 Fotos, in Farbe, 136 Seiten
Erscheinungsdatum: 04.10.2016, ISBN: 978-3-89899-545-0, € 16,95

Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik [Rezension]

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Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik ist ein praxistauglicher Leitfaden mit einer Vielzahl an Ideen, die aufzeigen, wie hochbetagte sowie demenzkranke Menschen durch Sprichwörter und Musik in Form von Volks- und Kinderliedern, Schlagern und klassischer Musik aktiviert werden können. Es werden 20 Themen aus Alltag und Jahreskreis von „Namen und ihre Bedeutung“, „Die Zeit und die Uhr“, „Lachen und Frohsinn“ bis hin zu „Glocken und Neubeginn“ behandelt.

Zu jedem Kapitel in Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik werden Lieder, Redewendungen und Sprichwörter als Teil unseres „kollektiven Gedächnisses“ angeboten, dazu Rätsel und Fragen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Je nach Lebenserfahrung sowie persönlichem Hintergrund kann so der Zugang zu einem verschlossenen Menschen geöffnet und unmittelbar Erinnerungen berührt werden. Auch Anfänger auf diesem Gebiet können die Inhalte praxisnah umsetzen. Dazu bietet die beiliegende CD im Praxisratgeber Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik eine gelungene Auswahl an zahlreichen Liedern zum Mitsingen und Zuhören sowie Werke aus der Klassik zum Genießen und Zuhören. Gerade die Kombination aus Singen und Sprache bringt besonderen Erfolg in der Aktivierung von hochbetagten sowie demenzkranken Menschen.

„Ein Sprichwort, ein Wahrwort“ – Generationen sind sie ins Stammbuch geschrieben und damit fest im Langzeitgedächnis vor allem älterer Menschen verankert. Wer kennt nicht die Aussprüche und Redewendungen „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur“, „Morgenstund hat Gold im Mund“, „Kommt Zeit, kommt Rat“ oder „In der Kürze liegt die Würze“. Diese kurzen einprägsamen Sätze beinhalten tiefe praktische Lebensweisheiten und begründen sich auf einer langen Erfahrung, manchmal waren sie selbst Teil der Erziehung. Sie eignen sich daher optimal in der Arbeit mit hochbetagten und dementiell erkrankten Menschen um ein Gespräch zu beginnen sowie für biografische Tätigkeiten, in denen die Erinnerungen und Gedanken lebendig werden.

Diese bewährten, ideenreichen Praxismodelle in Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik mit den mannigfaltigen Themen eignen sich für Pflegende in Alteneinrichtungen, Alltagsassistenten, Betreuungskräfte, ehrenamtlich engagierte Tätige, therapeutische und sozialpädagogische Berufsgruppen sowie Angehörige. Sie eröffnen heitere, überraschende, anregende, vor allen Dingen wertvolle Augenblicke, wenn die Erinnerungen wach werden. Eine Aktivierung, welche Freude bereitet und somit eine wunderbare Unterstützung in der Arbeit mit hochbetagten und demenzkranken Menschen, ob in der Einzelbetreuung oder in der Gruppenarbeit darstellt.

Vorwort – Sprichwörter, Lieder und Musik in der Begleitung hochbetagter und demenzkranker Menschen – Tipps für die Praxis –
Praxismodelle: Glück und Segen – Die Zeit und die Uhr – Musik und Tanz – Lachen und Frohsinn – Haus und Hof – Beruf und Arbeit – Essen und Trinken – Zahlen und Symbole – Blumen und Blätter – Vögel und Federvieh – Farben und Formen – Stadt und Land – Wasser und Waschen – Küche und Haushalt – Kleine und große Tiere – Kleidung und Erscheinung – Urlaub und Reisen – Wind und Wetter – Namen und ihre Bedeutung – Glocken und Neubeginn –
Anhang: Werbeslogans – Aktivieren mit dem Alphabet – Die Diakonie in Bayern – Alphabetisches Liedverzeichnis –
Inhalt der CD: Glückes genug – Glück auf, der Steiger kommt – Alleweil ein wenig lustig – Alle Vögel sind schon da – Man müsste Klavier spielen können – Mexikanischer Walzer – Humorske, op. 101 Nr. 7 – Kein schöner Land in dieser Zeit – Fröhlicher Landmann, von der Arbeit zurückkehrend – Es klappert die Mühle am rauschenden Bach – Glissandowalzer (Das Butterbrot) – Es waren zwei Königskinder – Ich tanze mit dir in den Himmel hinein – Komm mit nach Varasdin – Frau Schwalbe ist ’ne Schwätzerin – Im Kraphenwaldl (Kuckuckspolka) – Bunt sind schon die Wälder – Widele, wedele, hinterm Städtele – Heißa Kathreinerle – Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘ – Muss i denn zum Städtele hinaus – Heut kommt der Hans zu mir – Für Elise – Bruder Jakob – Oh, wie wohl ist mir am Abend – Musik, Musik, Musik (Ich brauche keine Millionen)

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Ulrike Eiring ist staatlich geprüfte Musikpädagogin und absolvierte am Richard-Strauß-Konservatorium in München die zusätzliche Ausbildung mit dem Titel „Musik mit Senioren“. Im Rahmen ihrer langjährigen Praxiserfahrungen in verschiedenen Alteneinrichtungen entwickelte sie dieses Konzept zur geistigen Aktivierung von Senioren durch Sprichwörter, Lieder und Musik.

Dabeisein

Erleben

Mitmachen

Emotionen haben

Nähe spüren

Zufrieden sein

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Aktivieren mit Sprichwörtern, Liedern und Musik
Praxismodelle für die Begleitung hochbetagter und demenzkranker 
Menschen, Bindung Broschur, 96 Seiten
Schott GmbH & Co. KG, Mainz
ISBN 978-3-7957-0835-1   ISMN 979-0-001-19477-8

Tinnitus – Interview mit dem Arzt und Buchautor Dr. med. Eberhard J. Wormer

Tinnitus: „Wer sich mit seinen Ohrgeräuschen vertraut macht, kann sich von ihnen dauerhaft befreien!“

„Chronische Ohrgeräusche sind ins Gedächtnis eingebrannte Erinnerungen – das Brandzeichen großer körperlicher oder psychischer Belastungen. Für eine erfolgreiche Tinnitus-Therapie sollte der ganze Mensch miteinbezogen werden, um die belastenden Gedächtnisspuren nachhaltig zu löschen. Mit einer individuellen Mischung ganzheitlicher Angebote gelingt es vielen Tinnitus-Patienten, einen erträglichen Kompromiss mit ihren Ohrgeräuschen zu schließen oder diese ganz zum Schweigen zu bringen.“ Dr. med. Eberhard J. Wormer, Autor des Ratgebers „Tinnitus. Wie Ohrgeräusche entstehen und wie man sich davon befreit“, hat sich eingehend mit den Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Tinnitus auseinandergesetzt und bietet Betroffenen eine hoffnungsvolle Perspektive auf Heilung.

Der Tinnitus hat sich laut aktuellen Studien in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet. Was sind die Gründe für die Häufigkeit dieses Ohrenleidens?

Dr. Wormer: Es sieht so aus, als ob zunehmender Leistungsdruck in Beruf und Alltag eine der Hauptursachen ist. Wir stehen unter Dauerstress. Der hohe Lärmpegel in den wachsenden Städten verschärft das Problem: Da die Ohren immer „offen“ für Hörwahrnehmungen sind, werden sie zwangsläufig zum Stressvermittler. Dauerstress verursacht körperliche Reaktionen, die zu vielfältigen Gesundheitsstörungen beitragen. Somit fungiert ein Tinnitus häufig als Warnsignal, den eigenen Lebensstil und die eigenen Leistungserwartungen zu überprüfen und zu verändern.

Bereits im Altertum wird vom rätselhaften „Klingeln der Ohren“ berichtet, und zahlreiche Künstler und Komponisten litten darunter. Welche berühmten Leidensgenossen sind hier zu nennen, und wie versuchte man damals, den Tinnitus zu behandeln?

Dr. Wormer: Die bekanntesten historischen Tinnitus-Opfer sind Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Bedřich Smetana („Die Moldau“). Die von Pathos und Empfindsamkeit geprägten Epochen der Klassik und Romantik waren besonders anfällig für eine extrem subjektive Interpretation beunruhigender Innengeräusche. Eine Behandlung des Tinnitus existierte damals nicht. Die Betroffenen mussten sich mehr schlecht als recht mit ihrem Leiden abfinden. Obwohl Hippokrates im 5. Jahrhundert v. Chr. bereits das Prinzip der Tinnitus-Maskierung – d. h. einer Art „Überspielung“ des Tinnitus mit einem angenehmeren Geräusch – kannte, gab es in den nachfolgenden Jahrtausenden keine sinnvollen Therapien. Im Extremfall griff man gar zum Skalpell.

Der Tinnitus gilt zwar meistens nur als Symptom, kann aber durchaus ernsthafte Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Worauf deuten die Ohrgeräusche hin, und welche Krankheiten können daraus entstehen?

Dr. Wormer: Im Prinzip sind Ohrgeräusche zunächst ein Alarmsymptom, das auf einen Überforderungszustand des Individuums hinweist. Das Symptom Tinnitus hat dann Krankheitswert, wenn Betroffene chronisch darunter leiden und psychosoziale Störungen hinzukommen (Angst, Depression, Schlafstörungen, Berufsunfähigkeit) – bis hin zum Suizid! In dieser Hinsicht sind chronische Ohrgeräusche mit chronischen Schmerzen vergleichbar: Das subjektiv empfundene Symptom Schmerz entwickelt sich durch Chronifizierung zur Schmerzkrankheit (Fibromyalgie).

Die Betroffenen leiden besonders darunter, dass nur sie selbst die Störgeräusche wahrnehmen können. Welche Diagnosemöglichkeiten hat hier die Medizin, und wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Dr. Wormer: Der zuständige Facharzt ist in der Regel der HNO-Arzt. Im besten Fall wird er Ihnen bei der Schilderung Ihrer Leidensgeschichte zuhören, bevor eine Mittelohrprüfung sowie subjektive und objektive Hörprüfungen durchgeführt werden. Gelegentlich steckt das Übel in der Halswirbelsäule oder auch im Kiefergelenk, wenn man chronisch mit den Zähnen knirscht und presst – auch ein Stresssymptom! Man sollte dann einen Arzt aufsuchen, wenn der Tinnitus als beunruhigend, bedrohlich oder unerträglich empfunden wird.

Das Gehör des Menschen ist so faszinierend wie komplex. Wie funktioniert die akustische Wahrnehmung eigentlich, und weshalb kommt es zum Tinnitus?

Dr. Wormer: Das Ohr besteht im Prinzip aus einem immerwährend eingeschalteten „Mikrofon“ (Ohren) und einer „Software“ zur Verarbeitung akustischer Informationen (Gehirn). Für Ohrgeräusche kommen viele möglich Ursachen infrage; sie können im peripheren Ohr oder bei der zentralen Verarbeitung von Audiosignalen ausgelöst werden. Am häufigsten entsteht Tinnitus an der Hörschnecke (Cochlea) oder innerhalb der zentralen Hörbahn. Neun von zehn Tinnitus-Patienten sind zudem schwerhörig. Man glaubt, dass zunächst eine veränderte Spontanaktivität des Hörnervs zur Bildung eines Tinnitus-Musters in der zentralen Hörbahn beiträgt – der Hörnerv entwickelt ein Eigenleben. Ist die Hörnerv-Aktivität abgeklungen, bleiben störende Ohrgeräusche als akustische Erinnerung erhalten.

Die Behandlung des Tinnitus soll nach wie vor schwierig sein, da viele Fragen noch ungeklärt sind. Was steht einer wirksamen Therapie entgegen? Welche Hoffnung gibt es für die Betroffenen?

Dr. Wormer: Medizinische Behandlungen beziehen sich nur auf das „Mikrofon“ (Außen-, Mittelohr) und die „Tonabnehmer“ (Innenohr, Hörschnecke). Dort ist Schluss. Das eigentliche Tinnitus-Drama spielt sich aber jenseits der Hörschnecke ab und betrifft viele mit Hörwahrnehmungen verknüpfte Hirnzentren. Das bedeutet, dass man mit Therapien, die den ganzen Menschen miteinbeziehen, am weitesten kommt. Es gibt berechtigte Hoffnung, dank solcher Therapien einen erträglichen Kompromiss mit seinem Tinnitus schließen zu können oder ihn ganz zum Schweigen zu bringen.

Besonders vielversprechend sind also ganzheitliche Behandlungsansätze. Was ist deren Ziel, und wie kann es gelingen, die Lebensqualität zurückzugewinnen?

Dr. Wormer: Die gute Nachricht: Bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen verschwindet der Tinnitus spontan! Chronische Ohrgeräusche sind ins Gedächtnis eingebrannte Erinnerungen – an Zeiten großer körperlicher und psychischer Belastungen. Das unüberhörbare Brandzeichen eines früheren Dauerstresszustandes. Solche Gedächtnisspuren zu löschen, ist das Ziel. Dies gelingt am besten mit Entspannungsmaßnahmen und „Abgewöhnungstherapien“. In manchen Fällen helfen zusätzlich Hörgeräte oder sogenannte Masker. Oft ist Schwerhörigkeit mit im Spiel. Dafür sind HNO-Ärzte zuständig. Viele Tinnitus-Betroffene schaffen es, mit einer individuellen Mischung von Maßnahmen ganzheitlicher Angebote ihre Ohrgeräusche in den Griff zu bekommen.

Ihr Ratgeber betont die Bedeutung von Aufklärung und Information für die Bewältigung des Tinnitus-Problems. Welche Angebote für Selbsthilfe gibt es, an wen sollten sich Betroffene wenden?

Dr. Wormer: Ohrgeräusche werden fast immer als hochgradig beunruhigend und verstörend erlebt. Mitunter verbreiten sie Angst und Schrecken. Wenn man über die Funktionen der Hörwahrnehmung informiert ist, verliert der Tinnitus seinen dämonischen Charakter. Und man begreift ihn als zugehörig zum eigenen Selbst. Das Qualitätsniveau der Tinnitus-Therapie in Deutschland ist vergleichsweise hoch – nicht zuletzt wegen der Aufklärungsarbeit und des Engagements der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL, http://www.tinni.net). Die Deutsche Tinnitus-Liga ist eine erste Adresse für Tinnitus-Betroffene, hier finden Sie Selbsthilfegruppen und Chatforen (www.forum.tinnitus-liga.de). Die Chancen stehen gut, dass Sie von Ihren Ohrgeräuschen befreit werden!

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Mankau Verlages.

Dr. med. Eberhard J. Wormer 
Tinnitus Wie Ohrgeräusche entstehen und  wie man sich davon befreit  
Mankau Verlag, 1. Auflage 18. Mai 2015 
Klappenbroschur, 16 x 22,4 cm, zweifarbig, 190 Seiten 14,95 € (D) / 15,40 € (A), 
ISBN 978-3-86374-218-8

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